Ablenkungsfrei schreiben

Eigentlich will ich noch einen neuen Beitrag schreiben. Dann kommt eine Mail rein, ich schaue mal schnell. Hm, meine Kollegin fragt nach einem Termin, ok, das kann ich rasch machen, denn später ist sie weg und es wäre sicher gut, wenn sie gleich Bescheid weiß. Ach, und ich wollte noch einen Teilnehmer vom letzten Blogs-Kurs anrufen. Bei ihm hatte die Installation nicht geklappt. Ist eigentlich unser Admin heute da?

Glücklicherweise enden die meisten meiner Schreibvorhaben nicht mit der Verzettelung in den Arbeitsalltag, aber es kommt gelegentlich vor. Aus zahlreichen Workshops, in denen es meist nur indirekt ums Schreiben ging, weiß ich, dass dieses Problem sehr verbreitet ist. In vielen Situationen kann das Nicht-Schreiben dann schnell demotivierend sein, denn eigentlich könnte man schon viel weiter sein mit der Dissertation, dem Tagungsbeitrag, dem Ausschreibungstext für die Masterarbeit.

Wem es allgemein etwas schwer fällt, in den Schreibprozess einzusteigen, der ist ganz besonders anfällig für Ablenkungen, die in Form von “nur-schnell-mal-Aufgaben” am Rechner auf ihn warten. Eine wie ich finde ausgezeichnete Hilfe stellen hier Tools zum ablenkungsfreien Schreiben dar. Sie reduzieren die Oberfläche auf das Wesentliche: Auf ein Blatt auf einem meist neutralen Untergrund. In der Regel wird auch auf großartige Formatierungsmöglichkeiten und oft auch auf die Möglichkeit Bilder einzubinden verzichtet. Was auf den ersten Blick wie eine Einschränkung klingt, ermöglicht aber gerade diese besondere Konzentration auf den Text, um den es ja auch gehen soll. So wird auch keine Zeit mit der Auswahl der richtigen Bildposition, dem automatisch erstellten Inhaltsverzeichnis und den passenden Aufzählungszeichen verschenkt.

Mein persönliches Lieblingstool ist WriteMonkey (nur Win). Auch wenn es einige Einstellmöglichkeiten bietet, nutze ich es am liebsten in seiner ursprünglichen Schlichtheit.

Wer gern etwas mehr Formatierungsmöglichkeiten im bekannten Office-Look haben möchte, der kann sich FocusWriter ansehen (Win und Mac). Mir gefällt es nicht ganz so gut, weil es eben nicht mehr ganz so minimalisitisch ist.

Eine schöne und schnelle Browserlösung bietet die Writebox. Einfach https://write-box.appspot.com/ öffnen und losschreiben. Wer möchte, kann die Writebox mit seiner Dropbox oder einem Google Drive-Konto verbinden und die Dokumente dort ablegen. Wem das zuviel Datenaustausch mit externen Services ist, der kann die erstellten Dokumente auch einfach so im Textformat sichern.

Da ich selbst keinen Mac habe, kann ich die Tools, die es dafür gibt leider nicht vorstellen. Google hilft natürlich dabei auch hier mögliche Kandidaten ausfindig zu machen, aber ich empfehle nichts, was ich nicht auch ausprobiert habe… Falls Sie einen guten Tipp haben, dann teilen Sie diesen gern über die Kommentarfunktion mit uns!

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