CATIA Softwaretutorials – Über Spielzeugflugzeuge und Coffeebikes

catiaIn der Übung zur Veranstaltung Grundlagen der Industriellen Informationstechnik wurden am Fachgebiet Industrielle Informationstechnik im Sommersemester 2015 erstmals Softwaretutorials für die Arbeit mit CATIA V6 eingesetzt. Erstellt wurden dafür insgesamt drei Videos, die die Grundlagen der Bedienung und die Besonderheiten der Arbeitsumgebung zeigen. Ziel des Einsatzes war es, in der Übung mehr Zeit für individuelle Betreuung und spezielle Fragen zu haben und die grundlegenden Schritte in eine Selbstlernphase auszulagern.

CATIA ist eine umfangreiche 3D-Konstruktionssoftware, die in vielen Branchen in der Produktentwicklung eingesetzt wird. Aufgrund der großen Verbreitung der Software existiert auch bereits eine Vielzahl von online verfügbaren Anleitungen und Screencasts zu den einzelnen Arbeitsschritten. Studierende der TU können so z.B. innerhalb des IP-Raums der TU auf die umfangreiche Video-Bibliothek http://www.catia-tu-berlin.com/ zugreifen. Dort finden sich derzeit 198 kurze Softwaretutorials (meist eine bis vier Minuten lang), die die einzelnen Arbeitsschritte von der ersten Zeichnung bis zum Zusammensetzen des 3D-Modells zeigen.

Die Erfahrung aus den Übungen der vergangenen Semester hat jedoch gezeigt, dass man zwar punktuell auf diese Ressourcen zugreifen kann, es für die Studierenden dennoch zu schwierig ist, selbständig alle Arbeitsschritte für das Lösen der Aufgabe zu finden und richtig auszuführen. In der Übung selbst musste daher viel Zeit dafür aufgebracht werden, die einzelnen Schritte im Programm zu zeigen. Die eigentliche Aufgabe wurde im Anschluss daran größtenteils selbständig bearbeitet, wobei für individuelle Fragen dann aus Zeitgründen meist nur noch wenig Zeit zur Verfügung stand.

Screencasts, in denen die Grundlagenschritte erklärt werden, sollten genau dieses Problem adressieren und mehr von den Tutoren begleitete Zeit für die Aufgabenbearbeitung schaffen. Entstanden sind dafür drei Videos, die jeweils ca. 20 Minuten lang waren. Erstellt wurden sie von einem unserer eScouts, der Folgendes über seine Aufnahmen berichtet hat:

“Der größte Teil der Arbeit lag eigentlich in der Vorbereitung. Ich habe mir für alle drei Videos ein ausführliches Skript erstellt, das detailliert alles enthalten hat, was ich sagen und zeigen wollte. Anhand der Erstellung eines Spielflugzeugs wollte ich zeigen, wie die man vom leeren “Blatt” zum fertigen Modell kommt. Im ersten Video habe ich dafür die Arbeitsumgebung gezeigt und einige grundsätzliche Hinweise zur Bedienung gegeben. Im zweiten Video ging es um die Gestaltung der einzelnen Bauteile, d.h. wie erstelle ich beispielsweise einen Quader, schräge Kanten ab und füge Radien hinzu. Mit diesen Grundlagen entstanden dann auch schon die ersten Teile – die Flügel, der Rumpf usw. Im dritten Video dann wurden die Teile erst in Funktionsgruppen und dann zum Flugzeug zusammengefügt. Der Tutor hatte mir dafür im Vorfeld gesagt, welche Schritte häufig Probleme bereiten, so dass ich dann im Video entsprechend darauf hingewiesen habe.

Entstanden sind erst sehr lange Videos von 50-60 Minuten. Die habe ich dann eingekürzt auf ca. 20-25 Minuten, indem ich längere Pausen und Doppelungen herausgeschnitten habe und langwierige Schritte mit dem Zeitraffer verkürzt habe. Gearbeitet habe ich mit Audacity und Camtasia, wobei letzteres mit den großen Datenmengen manchmal überfordert war.”

Eingesetzt wurden die Videos dann wie geplant in der Übung. Was dabei gut geklappt hat und was sie beim nächsten Mal doch etwas anders machen würde, hat uns Carina Fresemann verraten, die die Veranstaltung zusammen mit einem Tutor durchführt:

“Die größte Hürde, die wir in den Veranstaltungen haben sind die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Studierenden. Einige haben z.B. bereits Konstruktionstechnik gehört, so dass sie den Umgang mit CAD Software bereits erlernt haben, andere jedoch starten bei null. Gerade diesen Studierenden wollen wir eine Hilfestellung geben um sie an das Kursniveau heranzuführen.

Als Feedback bezüglich der Nutzung haben wir dann auch genau diese Rückmeldung bekomme: „In unserer Gruppe war jemand, der schon sicher war im Umgang mit CATIA V6, so dass wir die Videos nicht benötigt haben.“ Oder auch: „Uns hat das Video gut geholfen, besonders auch in der selbstständigen Gruppenarbeit.”

Wir haben die Videos auf der ISIS Seite des Kurses für die Studierenden bereitgestellt. Unser größter Lerneffekt ist jedoch, dass Videos, die zu lang sind nicht bis zu Ende angeschaut werden. Wir sehen die Ursache darin, dass die akute Schwierigkeit des Studierenden im Umgang mit der Software nicht gezielt recherchiert und behoben werden kann.”

Ein tolles Ergebnis aus dem vergangenen Semester möchten wir Ihnen am Ende nicht vorenthalten! Eine Gruppe hat nach der Einarbeitung in CATIA damit ein Coffeebike entworfen, das auch am Institut noch ausgestellt wird:
coffeebike

Kommentare sind geschlossen.