Screencasts selbst erstellen – ein Erfahrungsbericht aus der Bauphysik

In unserem berufsbegleitenden Zertifikatskurs Online Lehre lernen betreuen wir unsere Teilnehmenden sehr intensiv bei der Umsetzung ihrer Lehrprojekt-Ideen. Anke Schenk ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Bauphysik und Baukonstruktionen. Ihr Lehrvideo soll den Studierenden zur Wiederholung der Lehrinhalte oder zur Prüfungsvorbereitung dienen.

Erfahrungsbericht „Screencast selbst erstellt“
Der Wissenserwerb ist dank digitaler Medien nicht mehr an Zeit und Raum gebunden. Sceencasts sind Lehrvideos, wie man sie zahlreich im Internet findet. Sie veranschaulichen Lehrinhalte ideal durch ihre Kombination von Wort und Bild. Für fachspezifische Themen gibt es jedoch meist keine entsprechenden Produkte. Deshalb bietet es sich an, selbst Lehrvideos zu erstellen. Lehrvideos sind eine Möglichkeit, Präsenzlehre und individuelles Lernen, auch online, zu verbinden.

Was habe ich zur Vorbereitung meiner Aufnahme benötigt?

  • den Inhalt in digitaler Form
  • den Text zum Inhalt
  • die Technik zur Tonaufnahme
  • eine Software zum Verarbeiten von Bild und Ton

Wie bin ich vorgegangen?
Zuerst habe ich den Lehrinhalt für das Lehrvideo ausgewählt. Dabei handelte es sich um eine bereits vorhandene Powerpoint-Präsentation aus meiner Lehrveranstaltung. Es können aber auch einfache Text- oder Bilddokumente verwendet werden.

Zu den einzelnen Inhalten musste ich nun einen konkreten Text entwerfen. Je nach persönlicher Vorliebe und Sprachsicherheit können Stichpunkte oder ganze Formulierungen verwendet werden. Der/die Anfänger/in sollte sich im Vorfeld die genauen Formulierungen überlegen. Das hat den Vorteil, dass die anschließende Tonaufnahme zügiger zum Abschluss kommt. Da ich hier mein erstes Lehrvideo erstellt habe, hatte ich meinen Text genau aufgeschrieben, sodass ich ihn während der Aufnahme vorlesen konnte.

Zur Tonaufnahme benötigt man einen leisen, gedämpften Aufnahmeraum, ein Mikrofon und einen PC mit Aufnahmesoftware. Ich habe das Aufnahmestudio des ZEWK genutzt. Synchron zum Ablauf des Bildinhalts habe ich dort den Text gesprochen und aufgenommen. Dabei entstand eine gemeinsame Aufnahmespur aus Ton und Bild. „Versprecher“ oder zu lange Pausen habe ich zunächst mitaufgezeichnet und im Anschluss per Software entfernt.

Nachdem ich die Aufnahme erfolgreich beendet hatte, konnte ich mit dem Feinschnitt beginnen. Dazu habe ich die Software Camtasia verwendet.

Je nach Software ist es möglich, die Aufnahme zu bearbeiten. Neben dem Löschen einzelner Abschnitte, kann man die Aufnahme durch Hinzufügen weiterer Spuren ergänzen. So kann man zum Beispiel Musik oder zusätzlichen Text einarbeiten. Es können auch aufgenommene Bildinhalte gezoomt oder animiert werden.

Wie groß war mein Zeitaufwand?
Für meinen Screencast von ca.11 Minuten benötigte ich eine Vorbereitungszeit von 6 Stunden. Diese Zeit umfasste das Erstellung des vollständigen Textes sowie wiederholtes Probesprechen. Die Aufnahme des Screencasts mit anschließender Bearbeitung dauert noch einmal 6 Stunden.

Das Ergebnis
Das fertige Produkt war eine mp4-Datei, die ich den Studierenden online auf ISIS zur Verfügung gestellt habe.

Es war eine sehr interessante Erfahrung, wie unkompliziert eigene Lehrvideos zu erstellen sind. Vielen Dank an Peer-Olaf Kalis für die Tipps und die Unterstützung während der Umsetzung.

Wer neugierig geworden ist und es selbst einmal ausprobieren möchte, kann sich gern an die Mitarbeiter des ZEWK der TU Berlin wenden. Hier gibt es ein Aufnahmestudio mit entsprechender Technik sowie Software.

 

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