Screencasts zur Simulation von Eisenbahnnetzen

BahnbetriebAm Fachbereich Schienenfahrwege und Bahnbetrieb haben Studierende die Möglichkeit, im Rahmen einer Übung zum Bahnbetrieb einer spannenden und praxisnahen Frage nachzugehen: Wie genau muss der Fahrplan für ein gegebenes Eisenbahnnetz aussehen, wenn die Infrastruktur und Randbedingungen wie Anzahl und Art der Züge und die Taktung vorgegeben sind?

Beantwortet werden soll die Frage mit Hilfe einer Simulation im Programm OpenTrack, das nach den Vorgaben der Studierenden berechnet, wie sich die Züge im Eisenbahnnetz bewegen. Das Programm berücksichtigt auch unerwartete Vorkommnisse wie z.B. Ausfälle von Signalanlagen, Zugverspätungen und Einschränkungen durch unterschiedliche Witterungsbedingungen. So klappt die Erstellung des Fahrplans im Rahmen der Übung meist nicht beim ersten Mal sondern muss schrittweise optimiert werden.

Das Programm OpenTrack steht den Studierenden dabei nur im PC Pool des Fachbereichs zur Verfügung. Nach wenigen einführenden Übungen können die Studierenden an ihren Plänen selbst arbeiten. Da für das Programm nur eine Kurzdokumentation zur Verfügung steht, werden die wichtigsten Arbeitsschritte, die für die Lösung der Aufgabe notwendig sind, in der Übung gezeigt. Im Sommersemester 2015 wurden dafür zum ersten Mal Screencasts eingesetzt. Wie sie darauf gekommen sind und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben, berichten Johannes Friedrich und Robert Benning in einem kurzen Interview:

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Screencasts aufzunehmen und in der Lehre einzusetzen?

Den Anstoß dazu hat eure eScout-Werbung gegeben, wobei uns sofort die Idee kam, kleine Videos für die Einarbeitung in OpenTrack zu erstellen. Bislang haben wir dafür ppt-Folien genutzt, mit denen die Studierenden später aber nicht mehr so gut weiterarbeiten konnten.

Bitte beschreibt kurz, wie ihr die erstellten Screencasts in die Lehre eingebunden habt.

Wir haben insgesamt drei Screencasts erstellt, in denen die Grundlagen der Arbeit mit OpenTrack erklärt werden. Zwei wurden gleich in der ersten Übung eingesetzt, das dritte Video dann in der darauf folgenden. Die Idee war, dass sich die Studierenden die Videos vor der Übung ansehen, so dass wir schneller mit der Arbeit im Programm beginnen können. Obwohl wir es mehrfach gesagt haben, gab es doch einige, die die Videos zur Übung noch nicht geschaut hatten, so dass wir doch große Teile der Screencasts vor Ort noch einmal wiederholt haben. Das werden wir im nächsten Semester auf jeden Fall noch verbessern.

Viele Lehrende, die sich für ähnliche Konzepte interessieren, fragen uns nach dem technischen und zeitlichen Aufwand für die Produktion solcher Screencasts. Wie sehen eure Erfahrungen damit aus?

Die Erstellung der Videos war eigentlich recht einfach. Ein richtiges Skript haben wir uns für die Erstellung nicht gemacht, hier haben Stichpunkte zum Ablauf ausgereicht, da im Programm die einzelnen Einstellungen aufeinander aufbauen. Das freie Sprechen war am Anfang doch eine Herausforderung, wurde aber mit jedem Video einfacher.

Genutzt haben wir für die Aufzeichnungen Camtasia und ein Yeti-Mikrofon mit Popschutz. In der Nachbearbeitung haben wir dann an vielen Stellen noch Callouts eingefügt mit Hinweisen zu wichtigen Shortcuts oder auch nochmal den Wegen durch das Menü. Wie lange es letztlich gedauert hat, das ist schwer zu sagen, weil sich die Aufnahmen mit anderen Arbeiten abgewechselt haben.

Nun ist das erste Semester vergangen, wie sieht eure erste Bilanz dazu aus?

Auf jeden Fall sind die Ergebnisse deutlich besser geworden. Da die Studierenden recht lange Zeit für die Aufgabe haben und diese nicht immer sofort nach den einleitenden Übungen beginnen, war es sehr hilfreich, dass sie sich die Videos mit den wichtigsten Schritten auch später nochmal anschauen konnten.

Gab es auch direkte Rückmeldungen von den Studierenden?

Ja. Wir nutzen in ISIS einen selbst erstellten Feedback-Bogen und dort haben wir die Rückmeldung erhalten, dass sich die Studierenden noch mehr Videos wünschen, die auch die weiteren Schritte und Einstellmöglichkeiten zeigen. Dem stehen wir aber etwas skeptisch gegenüber, weil wir zwar eine Hilfestellung geben möchten, aber auch vermeiden wollen, dass die Studierenden das meiste nur „nachklicken“. Selbst nach den Einstellungen zu schauen, bringt ihnen vermutlich mehr für die Nachhaltigkeit der gelernten Inhalte.

Könnt ihr euch vorstellen, das Konzept auch auf andere Veranstaltungen zu übertragen, in denen mit spezieller Software gearbeitet wird?

Im Grunde schon, problematisch ist bei einigen Programmen aber die Häufigkeit der Updates, die oft auch mit größeren Änderungen auf der Benutzeroberfläche einhergehen. Die jetzt erstellten Screencasts von OpenTrack können wir sicher auch noch in den kommenden Semestern verwenden, aber für ProVI – ein anderes oft genutztes Tool – kamen gerade jetzt neue Versionen heraus, die sich wahrscheinlich deutlich von den alten unterscheiden. Da wäre es vermutlich zu arbeitsaufwändig, wenn man vor jedem Semester diese Änderungen einarbeiten bzw. das Video neu aufnehmen müsste.

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