Tests, Quizze, Prüfungen digital: mehr als nur E-Klausuren

Vortrag auf dem Tag der Lehre 2016 an der TU Berlin am 05.10.2016 von Prof. Dr. Jörn Loviscach (Fachhochschule Bielefeld / Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik)

So wie mit “E-Learning” meist zu PDF-Dateien gewordene PowerPoint-Folien gemeint sind, so ist “E-Assessment” an vielen Stellen gleichbedeutend mit Multiple-Choice-Tests – und zwar solchen, mit denen die Studentinnen und Studenten eher das strategische Raten üben. Mit einfachen Kniffen lässt sich aber erreichen, dass es auch bei diesen Tests mehr um Wissen, Verstehen und/oder Können geht.

Hat man dies erreicht, stellt sich aber gleich eine nächste Hürde: Zwar ist eines der wenigen empirisch gut belegten Phänomene in der Didaktik, dass zwischenzeitliche (also formative) Tests einen hohen Lerneffekt haben. Allerdings machen sie das Weiterkommen im “Stoff” beschwerlich und verlangen von den Studentinnen und Studenten sich nicht nur mit Aufgaben auseinanderzusetzen, sondern auch damit, dass sie viele der Aufgaben nicht bewältigen (noch nicht, so will man hoffen). Motivation, Durchhalten und die Möglichkeiten der Prüfungsordnung sind hier kritisch.

Klassische Tests sind nur ein erster Schritt zum digitalen Prüfen. So steht zum einen elektronische Unterstützung bereit, etwa zum Bewerten von Essays; zum anderen gestattet der Rechner praxisnähere Prüfungen zum Beispiel mit einem Elektrotechnik-Simulator, in dem Schaltungen zusammenzuklicken und/oder zu testen sind. Prüfungen in einer Virtual-Reality-Umgebung sind vielleicht bald nicht mehr nur ein Thema für Pilotinnen und Piloten. Aber auch die digitale Welt wird zum Prüfungsinhalt, zum Beispiel eigene Webseiten, auf der Studierende ihre Lernfortschritte und Projekte dokumentieren.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Unvergesslicher Vortrag…! :-) Schade, dass die TU Berlin da auf ihre eigenen undynamischen “IT-Ressourcen” setzt und ein solches 2,3-GB-Video einfach einbaut, *friss oder stirb*, sodass in einem gewöhnlichen WLAN nur stets zwei bis drei Worte des Vortragenden pro halber Minute (maximal) übertragen werden können.
    Wozu gibt es bitte YouTube mit seiner nicht selbst erreichbaren Technik, die zu jeder Verbindungsstärke die passende Datenübertragung bereitstellt, ganz automatisch? Wer kann sich ein 2,3-GB-Video mobil anschauen, irgendwo unterwegs, um damit dann ca. die Hälfte seines mobilen monatlichen Transfervolumens bereits verbraucht zu haben…? :-(

    • Vielen Dank für Ihren Hinweis! Ich teile Ihre Meinung und finde die aktuelle Situation ebenfalls nicht ganz zufriedenstellend. In diesem konkreten Fall wäre es sich tatsächlich möglich das Video auf youtube oder einer anderen Plattform einzustellen und die von Ihnen genannten Vorteile zu nutzen. Eine Lösung für alle Videos ist das jedoch aus meiner Sicht auch nicht, denn youtube sichert sich (und der Community) bereits durch den Upload die uneingeschränkten Rechte am Video, um dieses unter anderem für werbliche Zwecke und zur Weiterverarbeitung zu verwenden. Ob das dann tatsächlich passiert, sei dahingestellt, jedoch schließt die bloße Möglichkeit für einige Dozenten diese Form der Bereitstellung aus. Für mobile Endgeräte könnte man aber auch auf herkömmlichen Weg eine kleinere Version zur Verfügung stellen, die dann automatisch abgerufen wird. Ich werde das mal ausprobieren und hier nochmal darauf hinweisen, wenn das gut funktioniert. Herzliche Grüße, Alexandra Schulz

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