Kahoot! (lehrreich und Spaß hoch 100)*

usabilityAm Quality and Usability Lab wird das Abstimmungstool kahoot bereits seit einigen Semestern eingesetzt. Der Leiter des Fachgebiets Prof. Sebastian Möller nutzt es gleich in drei verschiedenen Veranstaltungen, die von unterschiedlich vielen Studierenden zu verschiedenen Zeitpunkten ihres Studiums besucht werden:

  • Einführung in die Medieninformatik (ca. 85 Studierende im ersten Semester)
  • Sprachkommunikation (ca. 40-50 Studierende am Ende ihres Bachelor- bzw. Anfang des Masterstudiums) und
  • Usability Engineering (ebenfalls Studierende am Ende ihres Bachelor- bzw. Anfang des Masterstudiums)

Zum ersten Mal zum Einsatz kam kahoot nach der Vorstellung des Tools auf dem E-Learning Tag 2013 der TU Berlin. Bei den Studierenden kamen die kleinen Fragerunden so gut an, dass in den kommenden Semestern ein umfangreicher Fragenkatalog entstanden ist, der von allen Lehrenden am Fachgebiet genutzt wird. Dabei gab es entgegen erster Befürchtungen bis heute nie Beschwerden über technische Probleme oder fehlende Teilnahmemöglichkeiten für Studierende ohne Smartphone, Tablet oder Notebook. Die Teilnahmequote liegt zwischen 50 und 80%, wobei vor allem die Studierenden im ersten Semester mit sehr großer Motivation mitmachen.

Szenarien in Multiple Choice

Aus didaktischer Sicht werden die Abstimmungen meist in zwei Szenarien eingesetzt:

  • Zusammenfassung von Inhalten aus einem Themenblock: Die Veranstaltungen sind inhaltlich in kleine abgeschlossene Sequenzen unterteilt. Nach jedem Themenblock wird eine kurze Fragerunde mit vier Fragen durchgeführt. Neben der Vertiefung der gerade besprochenen Inhalte dient die Abstimmung auch dazu, die Veranstaltungen aufzulockern und die Studierenden zu motivieren. Besonders nach einer Pause in der Veranstaltung haben sich die Fragerunden auch als sehr gute “Wachmacher” erwiesen.
  • Aufzeigen möglicher Verständnislücken: Bei den mündlichen Prüfungen am Ende des Semesters zeigt sich, an welchen Stellen die Studierenden immer wieder Probleme haben und bei welchen Inhalten sie nur glauben, diese gut verstanden zu haben. Genau diese Aspekte werden auch in den während des Semesters gestellten Fragen wieder aufgegriffen, um den Studierenden zu einem besseren Bewusstsein über ihren tatsächlichen Wissensstand zu verhelfen. Die Fragen richten sich in diesen Fragerunden auf Inhalte aus der letzten Veranstaltung, bei denen mögliche Verständnislücken sichtbar werden.

Wenn mehr als 2-3 Studierende die falsche Antwort auswählen, dann wird noch einmal kurz erklärt, warum diese Antwort nicht richtig ist. Beide Szenarien fußen ausschließlich auf Multiple-Choice-Fragen. In den vergangenen Semestern gab es parallel alternative Angebote, um anhand von Fragenkatalogen die Festigung und Vertiefung von Lerninhalten online zu ermöglichen: So gab es in einem Semester in einem zur Veranstaltung angelegten ISIS-Kurs kleine Testaste. Die Bearbeitung durch die Studierenden geschah direkt nach der Veranstaltung. Die Beteiligung war dabei jedoch sehr gering. Auch die studentische Nutzung einer extra entwickelten (Android-)App für kurze Tests war sehr gering.

Ihre Erfahrungen mit dem Abstimmungstool Kahoot

Wenn Sie selbst in Ihrer Veranstaltung kahoot (oder ein anderes Abstimmungstool) einsetzen möchten, dann sind die folgenden am Fachgebiet gesammelten Erfahrungen vielleicht auch für Sie hilfreich:

  • Das Anlegen eines Accounts für den ganzen Fachbereich kann sehr sinnvoll sein. Gegenüber Einzelaccounts hat das den Vorteil, dass alle Mitarbeiter/innen auf die Fragen zugreifen können. Verlässt ein/e Mitarbeiter/in das Fachgebiet, dann bleiben die Fragen für die von ihm/ihr betreuten Veranstaltungen erhalten.
  • Das Anlegen mehrerer kleiner “Fragenpäckchen” hat den Vorteil, dass diese im darauf folgenden Semester oft besser Wiederverwendung finden. Dies ist auch der Fall, wenn es geringfügige Änderungen an der Veranstaltung gibt, beispielsweise in Bezug auf die Themenfolge.
  • Für die Teilnahme an einer Abstimmung benötigen die Studierenden einen Internetzugang. Da der normale Mobilfunk-Empfang nicht in allen Hörsälen ausreicht, müssen die Studierenden oft einen WLAN-Zugang nutzen wie zum Beispiel eduroam. In Ihren Veranstaltungsräumen sollten Sie deshalb prüfen, inwiefern die Empfangsqualität dazu geeignet ist. Sowie ob alternativ auf ein WLAN zugegriffen werden kann/soll. Denn dafür müssen Sie den Studierenden einen Schlüssel zuteilen.

*Das Zitat haben wir entnommen aus der Lehrevaluation der Veranstaltung Medieninformatik im WS 2014/15.

[überarb. 10/2018, online-Redaktion]