In unserem berufsbegleitenden Zertifikatskurs Online Lehre lernen unterstützen wir Lehrende auch bei der Erstellung von Online-Elementen zum Einsatz in ihrer Hochschullehre. Stephan Kusche ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Systemdynamik und Reibungsphysik. Er hat sich beispielsweise überlegt, wie er Studierenden durch Online-Unterstützung helfen kann, damit sie richtigen Ansätze für eine besonders kniffelige Hausaufgabe finden. Lesen Sie in seinem Erfahrungsbericht, wie er dabei vorgegangen ist und welche Erfahrungen er dahingehend im letzten Wintersemester gesammelt hat …

Ich unterrichte das Fach Numerische Simulationsverfahren im Ingenieurwesen, auch unter dem schönen Kürzel Nusi bekannt. Dieser Kurs vermittelt die Grundlagen numerischer Methoden die etwas abseits der klassischen Numerik Vorlesung liegen: Randelementemethoden, zelluläre Automaten, Gittergase, Molekulardynamik und Peridynamik. Die Teilnehmer setzen sich aus Bachelor- und Masterstudenten zusammen die ein sehr unterschiedliches Vorwissen besitzen. Also eine sehr heterogene Gruppe, die unterschiedlich viel Betreuung braucht. So kam es, dass ich mittels Online Elementen die Veranstaltung intensiver und leichter verfolgbar gestalten wollte. Der zündende Punkt jedoch war die Anfrage einer Studentin, die den Kurs nur zur Hälfte live verfolgen konnte. Da kam mir der Kurs Online Lehre Lernen gerade recht, hier sollte sich doch das passende Rüstzeug finden lassen.

Auch Lernende müssen Online Lehre lernen

Basis der Stoffvermittlung sind Vorlesungen und Bücher und das Skript – also sehr klassisch. Zur Förderung des Verständnisses werden Programmier-Hausaufgaben angeboten und auch eingefordert. Üblicherweise sind die Aufgaben für eine Woche konzipiert, also vom Umfang überschaubar. Eines meiner Lieblingsthemen, die Randelemente, ist jedoch mit einer etwas kniffligen Hausaufgabe  versehen. Im ersten Durchgang hatte ich viel Zeit und Mühe darauf verwendet mit den Studenten zusammen den Einstieg zu schaffen. Die vielen Sprechstunden sollten sich mittels der Werkzeuge der Online Lehre durch etwas Besseres ersetzen lassen. So kam ich auf den Gedanken meinen ersten Screencast zu erstellen.

Ein Online-Baustein: Screencast mit Camtasia

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Mittels Camtasia bin ich dann ins kalte Wasser gesprungen. Glücklicherweise ist die Software leicht bedienbar, so dass Hindernisse eher von woanders kamen. So ist es nicht unbedingt einfach auf dem Bildschirm zu arbeiten und gleichzeitig zu erklären. Noch schwieriger ist es, rechtzeitig mit der Aufnahme zufrieden zu sein und das Ergebnis als das zu akzeptieren was es letztlich ist: ein veröffentlichbares Erklärvideo (hier als Beispiel einmal im Zeitraffer dargstellt).
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Am Ende stand nunmehr der Praxistest: Würde der Screencast den Studenten helfen und folglich die Qualität der Abgaben verbessern? Meine Beobachtung sagt: ja! Trotz freiwilliger Abgabe waren einige Gruppen an dieser Aufgabe dran. Ihre Abgaben ließen sich durchaus sehen, denn die in den Sprechstunden gestellten Fragen gingen viel tiefer als zuvor. Ich werde das Ganze im nächsten Kursdurchgang sicher wiederholen.

Den Kurs findet man in ISIS unter: https://isis.tu-berlin.de (Kurssuche: Stephan Kusche; Bitte als Gast anmelden, Stand 04/2015).

[überarb. 10/2018, online-Redaktion]