Stimmt’s? Videos und Podcasts zum Hochautomatisierten Fahren

Über 1000 Fragen hat Christoph Drösser in seiner Serie “Stimmt’s?” bereits beantwortet und fleißige Leser wissen nun, dass man bei Regen weniger nass wird, wenn man rennt und die chinesische Mauer vom Mond aus nicht mit bloßem Auge erkennbar ist.

Dass man dieses Konzept auch prima gewinnbringend in der Lehre einsetzen kann, beweist die Übung zur Veranstaltung “Fahrerassistenzsysteme”. Die Studierenden hatten dabei die Aufgabe Fragen aus dem Bereich des Hochautomatisierten Fahrens (HAF) zu beantworten. Hierbei gab es jedoch auf die Fragen keine eindeutigen Antworten, vielmehr sollten die Studierenden für die komplexen Sachverhalte Beispiele finden und Lösungsansätze erarbeiten.

Hierbei lernen sie vor allem, was später als Ingenieur*in zur täglichen Arbeit gehört: Unterschiedliche Perspektiven einnehmen, Vor- und Nachteile benennen und bewerten, zu einer vertretbaren, risikominimierten Lösung oder überhaupt erstmal Meinung kommen.

Video oder Podcast statt Text

Anstelle eines kurzen Beitrags sollten die Studierenden ihre Ergebnisse entweder in Form eines kurzen Videos oder eines Podcasts aufbereiten. Dabei sind sie angehalten, ihre Gedanken nochmal zu verdichten, zum Teil neu zu formulieren und einen passenden Rahmen dafür zu finden. Gerade letzteres hilft dabei, die Relevanz der Frage im Gesamtkontext zu betrachten und die eigenen Ergebnisse einzuordnen.

Entstanden sind sowohl Videos als auch Podcasts. Ein Beispiel ist dieses Video, in dem Studierende das Brems-Ausweich-Dilemma beschreiben.

Die Qualität der Ergebnisse insgesamt war gut, allerdings stellten viele Studierende fest, dass für die Erstellung und Bearbeitung der Videos und Podcasts mehr Zeit benötigt wurde als gedacht. Dadurch seien weitere inhaltliche Vertiefungen zum Teil schwer gewesen.

Tipps für Video- und Podcastaufgaben

Wenn Sie selbst darüber nachdenken ähnliche Aufgaben zu formulieren, hier einige Anregungen für die Aufgabengestaltung:

  • Wählen Sie Themen und Fragen aus, deren Beantwortung nicht schon in sehr ähnlicher Form auf youtube o.ä. zu finden ist. Nicht nur, weil Studierende sich das als einfaches Vorbild nehmen könnten. Vor allem die Motivation leidet unter der Erkenntnis “dass es das eigentlich schon gibt.”
  • Senken Sie die technische Hürde ab. Wenn Sie selbst wissen, wie man kleine Videos oder Podcasts erstellen kann, dann geben Sie ihr Wissen zu Beginn der Veranstaltung weiter. Wenn nicht, dann melden Sie sich doch bei uns – vielleicht können wir in der Veranstaltung in einem kurzen Slot von 10-15 Minuten einige Hinweise geben.
  • Form follows function! Weisen Sie nochmal darauf hin, dass am Ende hauptsächlich der Inhalt zählt. Einige Studierende laufen bei Entdeckung der technischen Möglichkeiten zur Höchstform auf und erstellen wirklich tolle Videos. Wenn die Beurteilung dann aufgrund mangenden Inhalts nur mittelmäßig ist, dann ist das durchaus enttäuschend.
  • Transparente Bewertungskriterien. Überlegen Sie vorher wie Sie Inhalt, Aufbereitung und Umsetzung in der Bewertung gewichten wollen und teilen Sie das den Studierenden auch mit. Je nach Inhalt (und Prüfungsform) kann es auch sinnvoll sein, Zwischenschritte zu bewerten wie z.B. das Storyboard. Dabei sollte aber Mehrarbeit (“Fassen Sie das alles bitte auch nochmal in 3-4 Seiten zusammen”) vermieden werden.
  • Weisen Sie auf die Beachtung des Urheberrechts hin. Studierende dürfen keine Fotos, Grafiken, youtube-Schnipsel o.ä. einfach verwenden. Auch nicht mit Angabe der Quelle. Am einfachsten zu Handhaben sind hier sicher Podcasts. Für Videos müssen eigene Aufnahmen, Grafiken, Folien oder Zeichnungen gemacht werden. Einige Portale wie pixabay, pexels oder unsplash bieten Materialien zur freien Verwendung. Bei wikimedia commons finden Studierende Material unter einer cc-Lizenz.

Durchgeführt wurde die Lehrveranstaltung von Dr.-Ing. Gerd Müller. Wer konkrete Fragen dazu hat, kann sich gern an ihn oder uns wenden.

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