© FG SFWBB Im Rahmen der Veranstaltung Grundlagen des Schienenverkehrs am Fachgebiet Schienenfahrwege und Bahnbetrieb werden als Serviceleistung Module für weitere Studierende angeboten, insbesondere als Modul Infrastruktur I und II für Bauingenieure. Um den notwendigen Campuswechsel der ansonsten meistens am TIB-Gelände studierenden Bauingenieurswesen-Studierenden zu vermeiden, wurde in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb eine Lösung gefunden, die Vorlesung als Livestream mit Adobe Connect zu übertragen.

Wie ist das Setup? Welches Equipment ist nötig?

Das Streaming bedarf eines Rechners mit einer Webcam (die kann auch separat per USB verbunden werden), installiertes Adobe Flash und das zum Streaming benötigte Adobe Connect Add-In. Als Plattform wird hierbei das Webkonferenz-Tool des Deutschen Forschungsnetzwerks (DFN) genutzt. Dieses ermöglicht, Konferenzen oder Lehrveranstaltungen abzuhalten. Einzelne Teilnehmende haben dort die Möglichkeit, per Sprachzuschaltung (mit Mikrofon) oder in Textform Rückfragen zu stellen.

Für die Vorlesung haben wir einen Modus gewählt, in dem Teilnehmende Rückfragen in Textform stellen können, aber nur der Vorlesende das Rederecht hat. Es hat sich außerdem bewährt, im Auditorium des Hörsaals eine Art Quality Check des Streams durchzuführen. Wenn ein Teilnehmende/r in diesem Saal den Stream mithört, können gegebenenfalls auftretende Probleme sowie Rückfragen dem Vorlesenden zurückgemeldet werden.

Die Webcam diente im Rahmen dieser Veranstaltung dazu, die Notizen und Bilder der Tafel abzubilden; die verwendenten Powerpoint-Folien werden ebenfalls in der Teilnehmeransicht von Adobe Connect dargestellt, sodass dort Zugriff auf die Folien, die Tafel und den Audiostream besteht.

Welche Probleme kann es geben?

Es ist darauf zu achten, das Setup vorher gründlich zu testen. In Probeläufen traten verschiedenste Probleme auf, von anzupassenden Audioeinstellungen bis zur WLAN-Sicherheit musste alles geprüft und getestet sein. Ist dieser Testprozess abgeschlossen, läuft das Streaming unserer Erfahrung nach allerdings problemlos.

Wie ist die Rückmeldung der Studierenden?

Die Studierenden haben das ursprünglich geplante Modell, das Streaming in einen Hörsaal zu übertragen, leider nicht wahrgenommen; stattdessen waren aber einige Studierende individuell im Stream zugeschaltet. Die Rückmeldung war dabei gespalten: das Streaming an sich wurde durchweg positiv bewertet; negativ wurde bewertet, dass die Hörsaaltechnik nicht immer funktionierte. Dies führte zu Einschränkungen im Streaming, weil das Mikrofon dann am anderen Raumende war. Außerdem war der Audiostream nicht durchweg verständlich. Hier bedarf es sicher noch etwas Feintuning, um das Streaming besser werden zu lassen.

Was ist sonst noch zu beachten?

Die Rückmeldung der Studierenden ist essentiell für die Verbesserung des Streamings. Man sollte auch nicht zu schnell die Geduld verlieren. Nach wenigen Stunden Arbeit ist das Streaming sicher verwendbar und alle Handhabungsschwierigkeiten überwunden, sodass man dann auch eine “runde” Lösung besitzt.

Statt einer Tafel kann man im Übrigen auch ein Tablet als Trägergerät für das Streaming nutzen. Auf diese Weise können Zeichnungen auf der Berührungsfläche des Tablets die Tafelzeichnungen auch adäquat ersetzen. Das benötigt ein wenig Übung, hat sich aber als schöne Alternative zu ansonsten manchmal nicht so gut erkennbaren Tafelzeichnungen erwiesen.

Was ist euer Fazit?

Insbesondere für Veranstaltungen, die räumliche Transfers der Studierenden erfordern, ist diese Lösung aus unserer Sicht geeignet. Allerdings ist auch immer der individuelle Rahmen der Veranstaltung zu beachten; Rückfragen zu stellen ist erschwert (in unserem Fall nur in Textform erlaubt) und ein interaktives Arbeiten ist sehr schwer zu verwirklichen.

Für klassische Frontalvorlesungen ist Streaming aber eine schöne Ergänzung. Und nicht zuletzt sollte man auch die Möglichkeit bedenken, den Vortragenden per Streaming zuzuschalten. Dies kann für Dienstreisen oder Abwesenheiten eine interessante Option darstellen, um trotzdem die Lehre durchzuführen: sofern eine geeignete Anbindung zur Verfügung steht.

Last but not least ist dieses Verfahren natürlich nicht nur für Vorlesungen geeignet: auch für Präsentationen ist es eine gute Option, andere Teilnehmende zuzuschalten und auch – mit Freigabe des Mikrofons – Dialoge und Rückfragen praktisch handhabbar zuzulassen.

[grey_box]Diesen Gastartikel hat Johannes Friedrich vom Fachgebiet Schienenfahrwege und Bahnbetrieb verfasst. Wer gern ein ähnliches Setting ausprobieren möchte und noch Fragen dazu hat, kann sich gern direkt per E-Mail an ihn wenden[/grey_box]

[überarb. 10/2018, online-Redaktion]