Videoanleitung zum Aufbau einer Wetterstation

Nahaufnahme einer Wetterstation. Fotografie zum Beitrag Videoanleitung zum Aufbau einer Wetterstation

Per Videoanleitung zum Aufbau einer Wetterstation erfahren Studierende am Fachgebiet Klimatologie künftig den Ablauf und die wichtigsten Handgriffe zum Bau einer Wetterstation. Denn wer dort Inhalte der Klimatologie studiert, führt diesen Bau im Rahmen verschiedenen Lehrveranstaltungen durch. Und da in einem Semester ca. 15 – 60 Studierende hierbei genau die gleichen Handgriffe ausführen müssen, bietet das Format einer Videoanleitung zum Aufbau einer Wetterstation klare Vorteile.

Dank Videoanleitung zum Aufbau einer Wetterstation können sich die Studierenden bereits vorab und beliebig häufig mit den wichtigsten Handgriffen und Bauteilen vertraut machen. Eingebettet ist die Videoanleitung zum Aufbau einer Wetterstation in eine ausführliche Dokumentation auf der Webseite des Fachgebiets Klimatologie am Institut für Ökologie der TU Berlin. Dort können Studierende Details erfahren über einzelne Messgeräte, beispielsweise anhand von Bildern sowie Texten zu Messverfahren und näheren Spezifikationen.

Wie dieses Video und die Dokumentation konkret und didaktisch in die Lehre Einzug finden, wollten wir von Dr. Marco Otto wissen. Er hat das Video konzipiert und stand zusammen mit seinem studentischen Mitarbeiter Carsten Vick an einem Sommertag im Juli mehrere Stunden zur Produktion der Videoanleitung zum Aufbau einer Wetterstation vor der Kamera.

Anwendungsumfang des Lehrvideos

Zum Einstieg: In welcher Lehrveranstaltungsform wird diese Videoanleitung verwendet? Wie genau laufen diese ab?

Wir verwenden dieses Lehrvideo momentan im Rahmen von Studienprojekten des Studiengangs Ökologie und Umweltplanung (Bachelor) und Landschaftsarchitektur (Bachelor). Weitere Verwendungen sind geplant für die Durchführung eines meteorologischen Geländepraktikums sowie im praktischen Teil der Vorlesung “Angewandte Klimatologie”.  Gemeinsam ist allen Verwendungen, dass wir Studierende dazu anleiten meteorologische Messungen zu (selbst-)bestimmten Fragestellungen durchzuführen. Dazu müssen natürlich zunächst unsere drei eigens dazu konzipierten sog. automatischen Wetterstationen (AWS) von den Studierenden aufgebaut werden.

Bedarf für das Online-Angebot

Auf eurer Webseite gibt es schon seit längerem die bereits beschriebene, bebilderte Aufbauanleitung für genau diese Wetterstationen. Wie wurde diese denn bislang genutzt? Und was hat dich motiviert, sie jetzt noch um ein Video zu ergänzen?

Die Aufbauanleitungen auf unsere Webseite entstanden im Rahmen einer Initiative der TU-Berlin bereits im Jahre 2009 (OWL). Durch OWL bekamen wir finanzielle Unterstützung für die Anschaffung der AWS als auch für die Anstellung einer studentischen Hilfskraft. Dr. Fred Meier, heute wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet und zu der Zeit noch Student der Landschaftsplanung, hat damals die wesentlichen Inhalte dieser Dokumentation erstellt.

Aufbau_WetterstationDie Nutzung der Aufbauanleitung auf unserer Webseite gestaltet sich momentan wie folgt. Im Verlauf z.B. eines Studienprojektes müssen die Studierenden die technischen und methodischen Grundlagen erarbeiten. Dazu werden sie von uns angehalten, die auf der Webseite bereitgestellten Informationen zu nutzen. Anhand der dabei entstehenden Vorträge und Ausarbeitungen konnten wir feststellen, dass dieses Angebot auch gern angenommen wird. Unsere Motivation für eine zusätzliche Erweiterung durch ein Video entsprang der Hoffnung, dass zum Beispiel mittels einer visueller Anleitung die Bedienungssicherheit der AWS im Allgemeinen erhöht wird.

Wir haben beispielsweise festgestellt, dass die Messinstrumente häufig nicht korrekt montiert oder an den Datenlogger der AWS falsch angeschlossen wurden, obwohl wir zuvor einen Probeaufbau durchgeführt hatten. Es kam dadurch zu fehlerhaften Messungen und auch zu Ausfällen der Messgeräte. Im Allgemeinen ist der Aufwand für meteorologische Messungen im Gelände ja eher hoch (Transport, Aufbaugenehmigungen, Aufbau, Abbau usw.), daher ist es natürlich dann äußerst frustrierend für Studierende und auch für die Dozenten, wenn die Daten durch simple Bedienungsfehler entweder nicht vorhanden oder fehlerhaft sind. Eine Videoanleitung kann dies zwar nicht hundertprozentig ausschließen, jedoch die Wahrscheinlichkeit mangelhafter Daten durch Bedienungsfehler evtl. verringern.

Online: Vorbereitung und Tutorial

An welcher Stelle genau kommt das Video dann zum Einsatz? Sollen sich die Studierenden damit zu Hause vorbereiten? Oder sollen sie auch während des Aufbaus immer mal wieder einen Blick darauf werfen können, wenn einzelne Schritte unklar sind?

Momentan haben wir eine gekürzte Version im Einsatz, diese soll zum einen selbständig im Verlauf des Studienprojektes vor der ersten Geländearbeit z.B. zu Hause durch die Studierenden angesehen werden. Somit bekommen sie einen ersten Eindruck. Vor Ort gibt es dann ja noch eine detaillierte Aufbauanleitung und Betreuung durch Dozenten/Dozentinnen oder Tutorinnen/Tutoren. Zum anderen ist es gewollt, dass dies gekürzte Version auch auf z.B. einem Smartphone mobil direkt im Gelände angeschaut werden kann.

Wir denken, dass dies insbesondere dann sinnvoll ist, wenn ,wie z.B. in unserem Geländepraktikum in Nordschweden, die Standorte der AWS recht weit im unwegsamen Gelände auseinander liegen. Hier kann nicht in jedem Fall dann eine Betreuung vor Ort sein. Für die eben geschilderte Anwendung des Aufbauvideos haben wir allerdings noch keine praktischen Erfahrungen gemacht, da unser nächsten Geländepraktikum in Nordschweden erst in 2015 stattfindet. Ich bin mal gespannt, wie es dann dort  mit dem Aufbauvideo sprichwörtlich läuft.

Aufwand und Personal

Wir werden oft gefragt, wie hoch denn der Aufwand für die Erstellung eines solchen Videos ist. Kannst du abschätzen, wie viel Zeit du vom Konzept bis zum fertigen Video gebraucht hast?

Der Aufwand ist nicht unerheblich. Dabei darf nicht nur der zeitliche Aufwand für die Konzeption (in meinem Fall ca. 1 voller Arbeitstag), sondern auch der sonstige technische und personelle Aufwand unterschätzt werden. Die wenigsten Fachgebiete verfügen über eine halbwegs brauchbare Aufnahmetechnik und geschultes Personal zur Umsetzung eines solchen Filmprojektes. So waren wir sehr froh, dass uns der technische und vor allem fachliche Support des ZEWK zur Seite stand. Hier ein großes Danke an das OLL-Team! Von der ersten konkreten Idee bis zum fertigen Film hat es bei uns dann aber doch noch  ca. 6 Monate gedauert.

Sicher geht dies auch wesentlich schneller, doch dabei ist zu beachten, dass ja dieses Projekt mehr oder weniger “neben her” zu den sonstigen Verpflichtungen laufen mußte. Eine wichtige Voraussetzung ist daher auch die Unterstützung durch die entsprechende Fachgebietsleitung, in diesem von Fall von Prof. Dieter Scherer. Wir haben es außerdem glücklicherweise so organisieren können, dass die meiste Aktivität zur Erstellung des Videos in der vorlesungsfreien Zeit gelaufen ist. Das ist sicher auch eine generell gute Strategie für zukünftige Filmprojekte. An dieser Stelle möchte ich aber auch ausdrücklich meinen Dank an unseren Tutor Carsten Vick richten. Ohne sein Engagement und Eigeninteresse wäre das Konzeptpapier immer noch Platzhalter in einer meiner Schubladen.

[überarb. 10/2018, online-Redaktion]